Die Borussia

Written by on April 30th, 2011

ist Meister

Ich muss zugeben, dass ich kein grosser Fussballfan bin, obwohl ich in Dortmund-Hörde geboren wurde.
Aber allein schon, weil mein beiden Schwiegersöhne VFB-Fans sind, musste ich mich öfter mal zu Wort melden und Partei ergreifen, wenn es gegen die Schwaben ging. Verrat hat man mir dann vorgeworfen, weil doch das Schwabenland meine Heimat war seit 40 Jahren, ich eine Schwäbin damals ehelichte, die zwei Schwäbinnen zur Welt brachte. Das war mir aber egal.
Dann habe ich noch einen guten Freund, der Hauptkommissar in Frankfurter war. Wenn es um die Eintracht ging, kannte er keine Freundschaft mehr, und mehr als einmal stand diese auf der Kippe, wenn ich den Borussen ‘raushängte’ – aus reinem “Ärgernis”, und wenn die Eintracht mal wieder Dresche bezogen hatte.
Und dann freue ich mich immer, wenn dieser komische Verein mit blauen Trikots aus der Nähe von Gladbeck, der Verein, den man nicht nennt, so ordentlich einen auf’n Sack krichte. Zu allem Überfluss ist hier in Ahlen, wo ich meinen Aufenthalt seit sieben Jahre nun habe, der Willy – seines Zeichens katholischer Pfarrer – ein Fan dieses blauen Krümmelvereins.
Deswegen bin ich Borussia-Fan – aus reinem Opportunismus – um die anderen zu ärgern, was auch darin gipfelt, wenn Bayern verliert, deren Fans zu foppen. Das reicht mir auch schon, wenngleich das nix mit Borussia zu tun hat; allein das Verlieren der Bayern ist “tofte” – so attributierte mein Grossonkel Gustav – Gott habe ihn selig – immer dieses in den letzten Jahren viel zu wenig stattgefundene Ereignis. Ich kann diesen blasphemierten Kasperlesverein mit seiner Führungsclique nicht leiden, besonders nicht den Metzger, auch wenn der Schwabe ist. Aber ordentliche Zeitgenossen können sowieso keine Bayern-Fans sein.

Da steht auch Heike, meine Frau, ganz auf meiner Seite. Sie liebt die Borussia, und sie ist fast so wie ich: Sie freut sich immer, wenn Rot-Weiss Ahlen verliert.

Ich freue mich heute , dass die Borussen die Schüssel gewonnen haben. Die Fans haben es verdient.

Und keine Sorge, ich bin psychisch ganz O.K., Heike auch – trotz dieses sportiven Pseudo-Psycho-Sadismus.

 

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         Wer sicht nicht wehrt, lebt verkehrt!