Black Baron

Written by on Februar 21st, 2011

Einen Rücktritt lehnt dieser CSU-Politiker nach wie vor ab. “Die Menschen in diesem Land erwarten, dass ich mich um das fordernde Amt des Verteidigungsministers mit voller Kraft kümmere, [...]“, sagte “Guggelberg”. Und der Hosenanzug stärkt diese törichte Annahme des Guggelkönigs, indem sie heue bemerkt, dass sie einen Politiker berufen hat und keinen ‘Doktor’. Dümmer geht’s nümmer!

Weit herbeigeholt – diese Aussage des Guggelmannes! Und das war nicht die neueste Statistik. Einer Internet-Umfrage des WDR2 vom vorgestrigen Abend zufolge wollen ihn nahezu 65 % nicht!!!…mehr.
Woher – potzblitz – nimmt dieser Lorbass diese Chuzpe!?

Gnädig allerdings gab er zu, dass seine Doktorarbeit “fraglos Fehler” enthalte. Er habe aber nicht “bewusst getäuscht”. So gaben einige Medien-Mainstreamer ihn wieder.
Ganz wesentlich ist jedoch, dass er jedoch in seiner Presskonferenz im Verteidigungsministerium vor ‘erlauchtem’ Publikum ausführte, dass nicht bewusst getäuscht oder die Urheberschaft bewusst nicht kenntlich gemacht wurde. Diese passive Ausdrucksform ist in ihrer rhetorischen Formulierung sehr bedeutsam; denn sie schliesst so gar nicht aus, dass er diese “Doktorarbeit” selber gar nicht einmal geschrieben hat! Das wäre der absolute Clou!
Fragen waren bei der Erklärung übrigens nicht zugelassen. Im Übrigen strotzte seine knappe Erklärung von einer Art dekadenter Überheblichkeit, die man fast als adelig bezeichnen könnte.

Gleichzeitig fand zur gleichen Uhrzeit die dreimal in der Woche stattfindende Bundes-Pressekonferenz statt. Dass die Vertreter der in der Hauptstadt akkreditierten Presse stinkesauer waren, ist nur allzu verständlich, da man erwartete, dass der Minister diese Bundes-Pressekonferenz nutzte, um weitreichende Erklärungen abzugeben.
So kam es in der 60-jährigen Geschichte der Bundes-Pressekonferenz zu einen noch nie dagewesenen Eklat: Die Journalisten liessen die Vertreter und Pressesprecher des Ministers und der Regierung sitzen.

Schau’mer mol, wie lange der Hosenanzug menschlich und politisch noch hinter ihm steht; denn eigentlich ihr sollte es recht sein, wenn er vom Parkett verschwindet – könnte er sich doch als ernsthafter Konkurrent hinsichtlich künftiger Kanzlerschaft herausstellen. Im Gegensatz zu diesem 10-Minuten-Typ, den sie nach Brüssel abgeschoben haben. Jedoch – zum Kanzler taugt er nicht, so wenig wie zum Kriegsminister – auch wenn man ins Kalkül zieht, dass der Hosenanzug in die Wüste geschickt wird. Das eine würde das andere nicht aufgewiegen.

Der Baron wird nie mehr das sein, was er scheinbar – aus welchen Gründen auch immer – einmal war: GLAUBWÜRDIG
Gysi hat in diesem Zusammenhang eine entsprechende Erklärung abgegeben, die ich ihm mental gar nicht zugetraut hätte. Und ich stelle mir die Frage, ob diese Beliebheitszahlen wirklich true sind. Ich schliesse die Ungeheuerlichkeit nicht aus, dass die Zahlen gekauft wurden.

Auch wenn Seehofer als nicht unwichtige Person als Parteivorsitzender der CSU vordergründig hinter ihm steht, darf man dabei nicht vergessen, dass neulich zumindest eine durch die Medien inszenierte Konkurrenzsituation hinsichtlich des Vorsitzes der CSU geschaffen wurde. So ein guter Freund kann Seehofer nicht sein, als dass er dem Baron den vom Mainstream der Presse angedachten Vorsitz der CSU nicht übel genommen hat.
UP.

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Update
 

Der manische Minister

KOMMENTAR VON BETTINA GAUS

Es gibt Fehlverhalten, für das man um Entschuldigung bitten kann. Und wenn man Glück hat, wird einem verziehen. Wer im Affekt betrunken vor Fernsehkameras herumpöbelt, mag auf Milde hoffen. Es kommt dann auf die Umstände an. Bei fortgesetztem Betrug ist das anders. Da kann an der bösen Absicht kaum ein Zweifel bestehen.

Oder doch? Karl-Theodor zu Guttenberg, der noch immer amtierende Verteidigungsminister, weist Plagiatsvorwürfe zurück und behauptet, “es” (sic!) sei bei seiner Dissertation “zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht” worden

Was will er damit sagen? Möchte Guttenberg mitteilen, dass “es” – oder er – nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war, als er selbst die Arbeit abgab? Wenn der Oberbefehlshaber der Streitkräfte derlei erklärt, dann ist das ein wenig beunruhigend. Zumal sich alle Interessierten im Netz informieren können, wie groß der Anteil fremder Texte an dieser Doktorarbeit ist. Es geht nicht um einige Fußnoten, sondern um den Kern der Leistung.

Quelle: TAZ >>>>> weiterlesen
 
 

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         Wer sicht nicht wehrt, lebt verkehrt!